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Wie sehen Hunde?

19.08.2021

Das Hunde nicht genauso sehen wie wir Menschen ist vielen Hundehalter:innen wohl bewusst. Doch wie genau sehen Hunde eigentlich? Können Hunde wirklich nur schwarz-weiß sehen? Können Hunde im Dunkeln sehen und erkennen Hunde etwas auf dem Fernseher? Diese Fragen beantworten wir dir in diesem Artikel.

Wie sehen Hunde?

Sehen Hunde Schwarz-Weiß?

Das Sehen von Säugetieren wird maßgeblich von zwei Zelltypen, den Zäpfchen für das Farb- und Tageslicht-Sehen und den Stäbchen für das Dämmerungs- bzw. Nachtsehen, bestimmt. Während Menschen drei Zapfentypen besitzen, und somit eine sogenannte trichromatische Farbwahrnehmung haben, besitzen Hunde zwei Zapfentypen, haben also eine sogenannte dichromatische Farbwahrnehmung. Der Mensch bildet mit der trichromatischen Wahrnehmung innerhalb der Säugetiere mit einigen anderen Primaten eine Ausnahme, die es ermöglicht neben mehr Farben und Helligkeitsunterschieden auch Farbton und -sättigung wahrzunehmen. Hunde hingegen können Farbton und -sättigung nicht unterscheiden. Sie können aber, anders als häufig angenommen, sehr wohl mehr als nur Schwarz-Weiß sehen.

Welche Farben können Hunde sehen?

Hunde können die Farben Gelb und Blau sowie Kombinationen dieser Farben erkennen. Diese Farbwahrnehmung ähnelt der von Menschen mit einer Rot-Grün-Blindheit. Die wahrnehmbare Farbpalette ist jedoch noch eingeschränkter als bei einer menschlichen Rot-Grün-Schwäche. Ein roter Ball im grünen Gras hebt sich so für Hunde kaum ab, beides erscheint vermutlich nur in einem gelblichen braun.

Wie sehen Hunde? Farbspektrum bei Mensch und Hund

Hunde sehen, entgegen häufiger Annahmen, mehr als nur Schwarz-Weiß – ungefähr so wie Menschen mit einer Rot-Grün-Blindheit. Sie sind Dichromaten und können Gelb, Blau und Kombinationen dieser Farben erkennen. Einen roten Ball im grünen Gras zu finden ist für Hunde also eine Herausforderung.

Können Hunde im Dunkeln sehen?

Hunde können in der Dämmerung deutlich besser sehen als Menschen. Die Entwicklung innerhalb der Säugetiere vom tri- zum größtenteils dichromatischen Farbsehen erfolgte noch zu Zeiten der Dinosaurier, da Dämmerungsaktivität, und somit Sehvermögen in der Dämmerung, wichtig zum Überleben waren. Die Zapfen wichen dabei zu Gunsten von mehr und lichtempfindlicheren Stäbchenzellen. Hunde sind somit zwar keine ausgesprochenen Farbenseher, aber gerade in Dämmerlicht können sie noch gut sehen, müssen sich im Gegenzug aber von sehr grellem Licht erholen.

Eine weitere Anpassung an die Sicht in der Dunkelheit oder Dämmerung ist das sogenannte „tapetum lucidum“, eine Gewebestruktur vieler dämmerungsaktiver Tiere, die das Licht innerhalb der Retina doppelt reflektiert und daher die Beleuchtung des Sichtfeldes erhöht und Restlicht effizient nutzen kann. Das tapetum lucidum ist häufig auch auf Blitzlichfotos von Hunden zu erkennen.

Interessanterweise variiert die Größe des tapetum lucidums zwischen, aber auch innerhalb verschiedener Rassen deutlich. Warum dies so ist, ist noch nicht erforscht.

In Analysen wurde bei Hunden außerdem cryptochrom 1, ein Flavoprotein, gefunden, welches auf UV-Licht und lichtabhängige Magnetfelder reagiert. Ob und wie Hunde dieses wirklich wahrnehmen können, ist aber noch nicht erforscht.

Können Hunde fernsehen?

Hunde können Licht mit einer Frequenz von etwa 70-80 Hertz wahrnehmen, und somit auf modernen Fernsehern wahrscheinlich etwas erkennen. Auf Bildern können sie andere Hunde verschiedener Rassen jedenfalls sicher zuordnen.

Wie groß ist das Sichtfeld von Hunden?

Der Winkel des sichtbaren Bereichs ist bei Hunden je nach Typ und damit einhergehender Anatomie relativ breit, durch die geringere Überlappung der Sichtfelder als beim Menschen können sie so mehr rundherum erkennen, aber entfernte Objekte nicht so genau fokussieren.

Annsophie Schmidt

Annsophie Schmidt

Annsophie hat Forstwissenschaft (B.Sc.) studiert und widmet sich aktuell ihrem Masterstudium Evolution, Ecology and Systematics. Daneben absolviert sie gerade gemeinsam mit ihrem Airedale Terrier Fiete eine Ausbildung zum Artenschutzspürhunde-Team.

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